Wie viel Fernsehen ist für mein Kind okay?

Sonntag, 20:15 Uhr. Pünktlich um acht werden die Kinder ins Bett gebracht damit die Erwachsenen den lang ersehnten Spielfilm in Ruhe schauen können. Ein Blick ins Kinderzimmer lässt erahnen, dass die Kleinen allerdings sehr wohl etwas von der Doppelmoral ihrer Eltern bemerken. Während tagsüber ein Fernsehverbot gepredigt wird, entspannen die Großen selber doch auch gern vor dem Flimmerkasten. Wie du den richtigen Mittelweg finden kannst und wie viel Fernsehen für dein Kind angemessen ist, erklären wir dir im Folgenden. 

Darüber sind sich alle Experten einig: vor dem dritten Geburtstag ist der Fernseher tabu. Kinder unter drei Jahren können die Inhalte im TV noch nicht verarbeiten, da sie noch viel zu sehr mit ihrer direkten Umgebung beschäftigt sind.
Selbst bei Vorschulkindern sollte stets ein Erwachsener nebenbei sitzen und darauf achten, wie das Kind auf die Medienflut reagiert. Ist das Programm für mein Kind geeignet oder ängstigt es sich? Genieße dabei auch die FSK-Freigaben mit Vorsicht. Viel wichtiger ist, dass du die emotionale Reaktion deines Kindes durch ein Gespräch über Gesehenes auffängst.
Ab dem Grundschulalter sind die Kleinen nicht mehr so sehr ihren Gefühlen ausgeliefert und werden weniger leicht von einer Handlung überwältigt. Gewaltszenen sollten in jedem Fall vermieden werden und ein kleines "Und wie war dein Film?" ist auch in diesem Alter noch zu empfehlen.
Hat dein Kind sein 10. Lebensjahr erreicht, können längere Spielfilme genossen werden. Ein Kinobesuch mit der ganzen Familie und einer großen Tüte Popcorn ist ja auch einfach toll!

Dass dein Kind überfordert wurde, wird dir spätestens nach der Bettgehzeit auffallen, wenn dein Kleiner von Alpträumen geplagt wird. Aus diesem Grund sollte auf das Fernsehen kurz vor dem Schlafengehen grundsätzlich verzichtet werden.

Bildschirmzeiten statt Fernsehdauer

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung empfiehlt folgende Richtwerte für die maximale Dauer des täglichen Fernseh- und Computerkonsums von Kindern:

  • 0-2 Jahre: gar kein Fernsehen
  • 3-5 Jahre: maximal 30 Minuten
  • 6-9 Jahre: maximal 60 Minuten
  • 10-13 Jahre: maximal 90 Minuten

Beachte dabei, dass es sich hier um Bildschirmzeiten im Allgemeinen handelt. Indem du deinem Kind nun das Wahlrecht zwischen Zeit am Tablet, vor dem Fernseher oder vor dem PC überlässt, gibst du ihm auch ein Stück weit ein Gefühl von Selbstbestimmtheit. Ein tolles Gefühl für die Kleinen.

Die Suche nach Alternativen

Familienspiel von Melissa & Doug

Auch wenn das Fernsehen nicht gänzlich verboten werden sollte, tust du gut daran dir alternative Beschäftigungsmöglichkeiten zu überlegen. Ein gemeinsamer Blick ins Bilderbuch vor dem Schlafengehen oder ein heiterer Familienspiele-Nachmittag sind ausgezeichnete Möglichkeiten.

Auch das gemeinsame Schaffen von Kunstwerken auf Tischstaffeleien oder Malblöcken, wird oft als wertvolle Familienzeit angesehen.

Ob nun beim Fernsehkonsum, bei der Freizeitgestaltung oder der Ernährung, Eltern fungieren stets in einer Vorbildfunktion für ihre Kinder. Beachte sorgfältig, was du deinen Kindern vorlebst, damit diese schon im jungen Alter das Zur-Ruhe-Kommen erlernen, eine Fähigkeit die auch im Wandel der Zeit nicht verloren gehen sollte.

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