Wie kann ich das Selbstbewusstsein meines Kindes stärken?

Wie vieles in unserem Leben, werden die Grundsteine für das eigene Selbstwertgefühl bereits in den ersten 6 Lebensjahren gelegt. Die Fähigkeit mit Rückschlägen, Problemen, anderen Menschen und dem Leben zurecht zu kommen, basiert auf einer gesunden Einschätzung und Achtung vor dem eigenen Können. Basierend auf dieser Tatsache, ist es auch nicht verwunderlich, dass Eltern in einer im Jahr 2015 von scoyo in Auftrag gegebenen Studie angaben, dass der Ausbau der sozialen Kompetenzen und die Stärkung des Selbstbewusstsein weitaus wichtiger seien als beispielsweise die schulischen Leistungen. Wie du nun das Selbstvertrauen deines Kindes stärken kannst, verraten wir dir in diesem Beitrag. 

Da das Selbstbewusstsein die Basis für die Zukunft deines Kindes ist, zählt die Stärkung des Selbstvertrauens zu einer deiner wichtigsten Verantwortung in den jungen Jahren. Damit ist allerdings keinesfalls überschwängliches Lob und ein ständiges Anfeuern gemeint, sondern die Vermittlung des Gefühls der Zugehörigkeit, den Glauben an das eigene Können und Wissen und die Wertschätzung der Bemühungen.

  • Ermutigung anstelle von Lob
    Anstatt dein Kind aufgrund von Erreichtem zu loben, ist es förderlicher bereits die Bemühungen durch Ermutigung anzuerkennen. Mit Fragen wie "Wow du hast dich wirklich angestrengt. Kannst du mir dein Bild erklären?" anstelle von "Das ist die schönste Zeichnung die ich je gesehen habe!", lenkst du den Fokus auf den Schaffensprozess anstatt auf das Resultat. Dein Kind wird seinen Wert als Mensch später nicht an Leistungen festmachen. Sei mit ergebnisbezogenem Lob sparsam und gerecht und dafür freigiebig mit Ermutigung.
  • Auf Vergleiche verzichten
    Ebenso wirkt sich auch ein ständiges Vergleichen mit Gleichaltrigen, Freunden oder Geschwistern negativ auf das Selbstbewusstsein deines Kindes aus. Sogar im positiven Sinne, wenn dein kleiner Kicker tatsächlich der beste Stürmer ist, stellen Aussagen wie "Du bist der Beste in deinem Team!", ihn spätestens wenn ein noch schnellerer Fußballer in die Mannschaft kommt, vor einen innerlichen Konflikt. Da jeder Mensch, und damit auch jedes Kind anders ist, ist ein Ermessen des Können deines Kindes rein an erbrachten Leistungen der falsche Weg.
  • Abenteuer und soziale Kompetenzen
    Erlebtes im Gegensatz dazu, kann das Selbstvertrauen erheblich stärken. Baue doch auf dem nächsten Sommerfest einen Spiele-Parcours auf und ermutige dein Kind alle Spiele einmal auszuprobieren. Damit nimmst du ihm die Angst vor Neuem und Unbekanntem und durch die Zeit mit Freunden, werden auch die sozialen Kompetenzen gestärkt.
  • Selbstständigkeit fördern
    Hat dein kleiner Abenteurer das Gefühl, etwas auch alleine zu schaffen, macht das ihn stolz und glücklich. So kannst du ihm mit der Zeit Verantwortung für kleinere Aufgaben überlassen. Schenke ihm mit dem eigenen Kinderrucksack, doch die Möglichkeit selber an sein Sandspielzeug und seine Brotzeitdose zu denken und damit seine Eigenständigkeit zu fördern.
  • Gut zuhören
    Gib deinem Kind die Gelegenheit dir von seinem Tag, den Freunden, Erlebtem und Sorgen zu berichten. Im Schimmer des Nachtlichts kann gekuschelt und geredet werden. Bemühe dich dabei darum, die Bedenken deines Kindes nicht als belanglos abzustempeln. Was für dich eine Kleinigkeit sein mag, lässt deine Kleine vielleicht nachts nicht schlafen. Hilf deinem Kind dabei mit den eigenen Gefühlen umzugehen, indem du sie benennst, ohne Wertung akzeptierst und Mitgefühl anbietest.
  • Fehler zulassen
    Selbstverständlich wird dein Kind einmal den Teller zu dicht an den Rand stellen und schon fällt er herunter. Anstatt es nun zu schimpfen und seine Fähigkeiten in Frage zu stellen, bietet es sich an, gemeinsam darüber nachzudenken, was es beim nächsten Mal besser machen kann. Auch das Zugeben eigener Fehler ist eine starke Geste und ein wichtiger Schritt in der Entwicklung der Fähigkeit mit eigenen Fehlschlägen umzugehen.

Obwohl es eines der Grundbedürfnisse aller Eltern ist, ihren Schützling vor jeglichen Hindernissen und Rückschlägen im Leben zu bewahren, wird dir auch schon aufgefallen sein, dass dies einfach nicht möglich ist. Verhilfst du deinem Kind allerdings zu einer richtigen Einstellung zum Leben und zu sich selbst, kannst du bereits in jungen Jahren ein solides Fundament für ein glückliches Leben bilden.

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