Im Herzen grün

Soviel ist sicher: Grüne Mode bedeutet schon längst nicht mehr, dass Stil und Design dem ökologischen Prinzip zum Opfer fallen. Immer mehr Hersteller springen auf den Bio-Zug auf und bieten tragbare Kleidung aus „100% Organic Cotton“ an. Doch was heißt Organic Fashion oder Green Fashion überhaupt?
Wenn Kleidung aus Biobaumwolle hergestellt ist, bedeutet das zunächst einmal, dass die Fasern nicht mit chemischen oder umweltschädlichen Stoffen wie Pestiziden behandelt wurden.
Der Weg vom Rohstoff Biobaumwolle bis zum fertigen T-Shirt ist allerdings weit. Ein Textil durchläuft mehrere Stufen im Fertigungsprozess, etwa das Färben oder Behandeln mit Weichmachern. Im konventionellen Produktionsprozess wird dafür die chemische Keule eingesetzt  –  egal ob der Rohstoff Biobaumwolle heißt.
Es gibt jedoch ökologisch und ethisch vertretbare Alternativen, die die gesamte Wertschöpfungskette bis hin zum fertigen Produkt so umweltfreundlich und gesundheitlich unbedenklich wie möglich gestalten. Und die werden streng kontrolliert.
Weltweit existieren zahlreiche Zertifizierungen und Gütesiegel für Landwirte, Produzenten und Lieferanten. Verbraucher können dabei schnell den Überblick verlieren. Daher hier die uns bekanntesten Kontrollen, Prüfsiegel und Verbände auf einen Blick:

KbA (Kontrolliert biologischer Anbau):
Baumwolle aus kontrolliert biologischem Anbau. Die Verpflichtung, keine chemischen oder umweltschädlichen Stoffe und Verfahren einzusetzen, gilt auch für die Weiterverarbeitung. Die Baumwolle darf nicht mit Kunstdünger, Entlaubungsmitteln oder Pestiziden behandelt werden. Der Anbau entspricht der natürlichen Fruchtfolge,  das biologische Gleichgewicht bleibt erhalten.

BEST
Dieser Standard stellt derzeit die höchsten Ansprüche an die textile Ökologie. BEST bildet die gesamte Produktionskette ab – vom Anbau bis zum fertigen Produkt.
Es ähnelt dem GOTS-Siegel, die BEST-Richtlinien sind jedoch strenger. So müssen Textilien aus 100% Biobaumwolle aus kontrolliert biologischem Anbau bestehen, während der Anteil bei GOTS  bei mindestens 70% liegt.
Neben ökologischen Richtlinien verpflichten sich die mit dem BEST Standard gekennzeichneten Unternehmen, Sozialstandards einzuhalten, die sich nach den internationalen Arbeitsstandards richten.

GOTS (Global Organic Textile Standard)
Internationales Siegel, hinter dem unabhängige  Prüfinstitutionen stehen. Jeder Produktionsschritt sowie Verpackungsmaterialen werden  auf umweltfreundliche und soziale Verträglichkeit geprüft. Unternehmen, die dieses Siegel  besitzen, werden jährlich überprüft. Sie verpflichten sich überdies, internationale Arbeitsstandards einzuhalten. Dazu gehören zum Beispiel: Keine Kinder- oder Zwangsarbeit, Gewährung des Versammlungsrechts,  sichere und hygienische Arbeitsstätten oder angemessene, existenzsichernde Löhne.

OE  100 (Organic Exchange)
Dieses Zertifikat steht für 100% Biobaumwolle aus kontrolliert biologischem Anbau. Das Siegel bezieht sich auf den organischen Anbau von Baumwolle für die Kleidungsproduktion, deckt aber nicht die Weiterverarbeitung ab.

Öko-Tex 100
Dieser Standard steht für gesundheitlich einwandfreie Textilien, die keine Schadstoffe enthalten. Die Zertifizierung schließt den gesamten textilen Fertigungsprozess ein. Auch Knöpfe, Drucke oder Reißverschlüsse müssen schadstofffrei sein.

Fair Trade
Fair Trade versichert sozialverträgliche Arbeitsbedingungen, Gleichberechtigung von Frauen und gerechte Löhne. Kinder- oder Zwangsarbeit sind verboten. Das Faire Trade Siegel gibt Verbrauchern die Gewissheit, dass die Lebens- und Arbeitsbedingungen von Bauern und Beschäftigten in Afrika, Asien und Südamerika verbessert werden. Damit ist Faire Trade eine Strategie zur Armutsbekämpfung.

Fair Wear Foundation
Die Stiftung aus den Niederlanden fördert humane Arbeitsbedingungen in der weltweiten Textilindustrie und orientiert sich an internationalen Arbeitsstandards. Darunter fallen: Keine Kinderarbeit, soziale Absicherung der Beschäftigten, Chancengleichheit, keine Diskriminierung, geregelte und angemessene Arbeitszeiten, Sicherheit am Arbeitsplatz, Versammlungsfreiheit und das Recht Gewerkschaften zu gründen.

KRAV

Private schwedische Zertifizierungsstelle. Der Verband zertifiziert den Großteil der Bioprodukte in Schweden und schließt die EU-Kontrolle mit ein. Zertifizierte Produkte erhalten das KRAV-Warenzeichen.

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